Corona und Bargeld

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Corona und Bargeld

Coronavirus: Kann ich mich durch Geld anstecken? | MOPO.de


„Das auf dem Geldstück klebende Virus würde ich mal weitgehend vergessen“, sagte dazu der Virologe Christian Drosten in einem NDR-Podcast. Der Virologe der Berliner Charité verweist darauf, dass es sich beim Corona Virus um „behüllte Viren“ handelt. Und diese könnten sehr schnell eintrocknen.

Komplett in Sicherheit wiegen möchte und kann auch Drosten nicht. Zumal es sich bei Geldscheinen schon um Textil handelt, ähnlich einem Pullover. Der Greifswalder Hygienefacharzt Günter Kampf sieht das Thema Geldscheine zwar auch nicht als „Gefährlich“. Er sagt dazu: „Ob das Material noch infektiös ist, weiß man nicht. Ob die Menge ausreicht, um über die Hände auf die Nasenschleimhaut übertragen zu werden und eine Infektion auszulösen, weiß man nicht“. Er sieht die Vergleichbarkeit darin, einem Hund das Fell zu streicheln. „Theoretisch ja, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert, geht gegen Null“

René Gottschalk, Infektiologe und Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt befindet es für „Unwahrscheinlich“, dass das Corona-Virus über Geldscheine oder Münzen übertragen werden kann.

Dennoch hatte ein Bezahlvorgang beim Bäcker und im Supermarkt oft mit Handkontakt zu tun. Da ist es wie bei der Angewohnheit des Händeschüttelns. Ist die Hand ausgestreckt, tappt man schon mal in die Falle.

Die Geschäfte gehen auf Nummer sicher

Supermärkte und Bäckereien haben sich Kartenzahlungsgeräte angeschafft. Und das ist richtig und wichtig. Denn das Risiko für Mitarbeiter und Kunden in den Supermärkten ist stets zu reduzieren.

Eine Angestellte eines Blumenladens wies uns darauf hin, dass es ein Balanceakt ist, den Kunden bei Geldübergabe nicht anzufassen. Das Geld später spielt da gar keine Rolle. Wenn man das Geld zählen muss, verbringt man Zeit mit dem Kunden. Der Blumenladen, in dem die Frau arbeitet, kann keine Schutzscheibe anbieten. Hustende und niesende Kunden können immer mal kommen. An die Pflicht, bei Bargeldzahlung einen Kassenzettel zu übergeben, muss sie sich auch noch halten.

Nun ist in dem Laden ein Terminal für Kartenzahlung installiert und für die hartgesottenen Bargeldzahler ist da ein kleiner Behälter, wo der Kunde das Geld hineinsteckt und sie das Geld hinausgreift. Den Behälter wäscht sie öfter mit heißem Wasser aus der Kaffeemaschine aus. Den Geldscheinen traut sie nicht. Sie legt Wert darauf, dass die Kasse, so oft wie nur möglich, geschlossen ist. Hätte sie keine Bedenken, könnte sie auch mit einem hustenden Kunden die Pullover tauschen, sagt sie mit satirischem Unterton.

Inzwischen (bedeutet eine Woche später) ist der Blumenladen, wegen der Pandemie, geschlossen. Der Blumenladen hat auf Lieferung und einem Internetangebot umgesattelt. Hier muss der Kunde nun, als einzige Möglichkeit, eine Online-Rechnung bezahlen.

Selbst hinter der Glasscheibe

Selbst bei Edeka hinter der Glasscheibe fragen und bitten die Verkäufer explizit nach Kartenzahlung. Der größte Teil der Kunden respektiert das. Da ist selbst die ältere Generation, die teilweise 40 Jahre und länger vor Erfindung der Kartenzahlung lebten, die mit ihrer Bankkarte auftauchen (Sie lesen der Verkäuferin teilweise die Geheimnummer laut vor). Aber alles ist der Verkäuferin lieber als einen Geldschein in die Hand gedrückt zu bekommen. „Es wird auch wärmer.“ Sie spielt auf die Temperaturen im Laden an, bei denen man nicht mehr die ganze Zeit nur Schutzhandschuhe tragen kann. „Und dann ist da wieder ein Mann mit einem Zwanziger.“ Sie nimmt ihn vorsichtig, ohne Schutzhandschuhe, an sich und lächelt und wünscht ihm einen schönen Tag.

„Man weiß nichts genaues über das Virus uns wer es wie genau bekommen kann.“ Sie spielt auf den Tiger „Nadia“ im New Yorker Zoo an, bei dem in der letzten Woche Corona positiv diagnostiziert wurde. Niemand wusste vorher, dass sich auch Wildkatzen infizieren können. Unrecht hat sie nicht. Es wird sicher noch Neuigkeiten über Corona geben. Neue Gefährdungsgruppen und noch nicht entdeckte Übertragungswege schloss auch der Berliner Virologe Drosten nicht aus. Auch ein mutierter Stamm, der neue Regeln schafft ist denkbar (Corona selber gibt es tatsächlich schon länger. Das derzeitige Corona Virus ist ein mutierter Ableger). Sie hätte es am liebsten, wenn Edeka das Bargeld gänzlich vorübergehend aussetzt.

Kartenzahlung erreicht Rekordwerte

LIDL und Aldi haben in der letzten Woche die Kartenzahlungsstatistik ausgewertet. Noch nie haben so viele Menschen mit Karte gezahlt. Das haben auch die Verkäufer gemerkt, in dem sie mehr Menschen als je zuvor in die Kartenzahlung einwiesen. Mehr als 20 Prozent Kartenzahlungskunden sind hinzugekommen. Mehr als ein Drittel haben ab sofort kontaktlos gezahlt.

‚Real‘ (nein, nicht der spanische Fussballverein) hat den Bargeldvorrat im Geschäft um 5 Prozent zurückgesenkt.

Alternativen

Klarna lanciert in Kooperation mit Visa die Klarna Card in ...

Die beste Alternative (und derzeit der einzige Weg für viele) ist der ‚Außer Haus‘ Service. Eine Kartenzahlung außer Haus ist schwierig und für viele nicht umsetzbar. Hier kommt nun Klarna ins Spiel.

Klarna Deutschland bekannte sich am 20.03.2020 auf Facebook zu ihrer Verantwortung als Finanzdienstleister und schrieb, dass man dort nun „das richtige tun“ wolle. Die Kommunikation, auch über Facebook ging durch die Decke.

Denn beispielsweise verkauft der Blumenladen, oben erwähnt, seine Güter über Klarna, bis das Geschäft wieder geöffnet werden kann. (Wer Klarna noch nicht kennt. Man gibt seine Onlinebanking Kontodaten ein (Die Banken unterstützen diesen Anbieter). Dann ist man im Onlinebanking drin und der Rechnungsbetrag wird im Onlinebanking eurer Bank abgebucht.)

Zusammen mit Wirecard (Kartenzahlung und kontaktloses Zahlen) werden beide Anbieter zu den Gewinnern der Pandemie gehören. Weil sich hier Bargeld (mit ständigen versehentlichen Berührungen) nicht wirklich bewährt.

Klarna und Wirecard planen derzeit eine Kooperation. Wirecard will dabei die Funktion Klarna in seine eigene Checkout Funktion mit einbinden. Denkbar wären Terminals, bei denen man im Laden dann mit Klarna bezahlen kann.

Ein dritter Weg ist auch noch Paypal. Viele, jedoch nicht alle, genießen das Paypal Vertrauen, dass das Geld in beliebiger Höhe von Paypal nachträglich vom Konto abgebucht wird, ohne dass man den Betrag auf dem Online Konto hat. Paypal gibt es länger als Wirecard und Klarna, ist deutschlandweit rückläufig, weltweit jedoch immer noch unangefochten die Nummer eins. Wird in der Corona Pandemie jedoch in Deutschland stärker genutzt.

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